IISIInternationales Institut für Sozio-Informatik

Dissertationspreis 2015

Die Fachgruppe CSCW & Social Computing der Gesellschaft für Informatik und das Internationale Institut für Sozio-Informatik (IISI) loben zusammen einen Dissertationspreis für hervorragende Ergebnisse bei der Erforschung von Anwendungen der Informatik in sozialen Systemen aus. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird jedes zweite Jahr im Rahmen der Tagung Mensch und Computer vergeben.

Die Auswahl des Preisträgers 2015 erfolgte durch eine Jury aus zwölf der führenden deutschsprachigen Wissenschaftler aus dem Bereich CSCW & Social Computing. Bei der Begutachtung und dem Vergleich der Einreichungen hob sich eine Arbeit klar heraus.

Im Jahr 2015 ging der Dissertationspreis deshalb an Herrn Dr.-Ing. Matthias Heinrich, der an der TU Chemnitz mit einer Arbeit zu „Enriching Web Applications Efficiently with Real-Time Collaboration Capabilities“ promoviert hat (Erstgutachter: Herr Prof. Dr.-Ing. Martin Gaedke).

Die Dissertation von Matthias Heinrich beschreibt erstmals einen ingenieurmäßigen Ansatz zur Steigerung der Effizienz und Effektivität bei Entwurf, Entwicklung und Evolution Web-basierter Real-Time Web Anwendungen. Im Speziellen fokussiert sein Lösungsansatz die wesentlichen Themenschwerpunkte Unterstützung von Workspace-Awareness, Unterstützung der Entwicklung von Real-Time Collaboration Web Anwendungen durch Real-Time Collaboration Ergänzungen in existierenden Frameworks sowie die non-invasive Transformation existierender Einzelbenutzer Web-Anwendungen in Multi-User Real-Time Collaboration Web Anwendungen.

Die Bedeutung der Arbeit spiegelt sich in der großen Anzahl von intemationalen Publikationen bei wissenschaftlichen Konferenzen und Zeitschriften wider – ganz besonders erwähnenswert sind zweifelsohne seine Veroffentlichungen auf der renommierten World Wide Web Konferenz in den Jahren 2012 und 2013. Der grundlegende Ansatz und spezifische Lösungsbausteine wurden darüber hinaus auch mit einem Best Research Paper Award (2012) sowie im Folgejahr mit einem Best Demo und Poster Award (2013) auf der International Conference on Web Engineering ausgezeichnet. Die Arbeiten führten ferner zu drei Patenten.

Insgesamt liefert Herr Heinrich also eine hochkarätige Arbeit – sowohl praxisrelevant als auch mit verschiedenen Best Paper Awards wissenschaftlich „ausgezeichnet“. Die Arbeit ist Design-orientiert ohne dabei die Evaluation zu vergessen und vermittelt durch klare Ziele und klarem Roter Faden einen hohen Grad an Geschlossenheit.

Als Nächstplatzierte sollen noch ehrend erwähnt werden Dr. Christian Maier, der an der Universität Bamberg zu „Technostress – Theoretical Foundation and Empirical Evidence“ promoviert hat, und Dr. Christian Reuter, der an der Universität Siegen zu „Emergent Collaboration Infrastructures – Technology Design for Inter-Organizational Crisis Management“ promoviert hat.

Die Preisverleihung fand am 7.9.2015 auf der Abendveranstaltung der Tagung Mensch und Computer 2015 in Stuttgart statt.

Mitglieder der Jury im Jahr 2015:

  • Prof. Dr. Volker Wulf, Universität Siegen
  • Prof. Dr. Stefan Klein, Universität Münster
  • Dr. Alexander Richter, Universität Zürich
  • Prof. Dr. Peter Mambrey, Universität Duisburg-Essen
  • Prof. Dr. Niels Pinkwart, HU Berlin
  • Prof. Dr. Gunnar Stevens, Universität Siegen
  • Prof. Dr. Stephan Lukosch, TU Delft
  • Dr. Michael Prilla, Universität Bochum
  • Prof. Dr. Johann Schlichter, TU München
  • Prof. Dr. Hilda Tellioglu, TU Wien
  • Prof. Dr. Michael Koch, Universität der Bundeswehr München
  • Prof. Dr. Volkmar Pipek, Universität Siegen

Dissertationspreis 2013

Am 10.9.2013 wurde auf der Tagung Mensch und Computer 2013 in Bremen der “Dissertationspreis für hervorragende Ergebnisse bei der Erforschung von Anwendungen der Informatik in sozialen Systemen” der Fachgruppe CSCW der Gesellschaft für Informatik und des Internationalen Instituts für Sozio-Informatik an

Herrn Dr.-Ing. Steffen Bartsch

für seine Dissertation mit dem Titel “Broadening the Scope of Security Usability from the Individual to the Organizational: Participation and Interaction for Effective, Efficient, and Agile Authorization” verliehen. Die Dissertation ist an der Universität Bremen bei Herrn Prof. Dr.-Ing. Carsten Bormann entstanden.

Die Dissertation von Herrn Bartsch beschäftigt sich mit der Benutzbarkeit (Usability) von Berechtigungssystemen. Diese "Benutzbarkeit von Sicherheit" stellt eine wichtige Voraussetzung zur Vermeidung von Sicherheitsmängeln dar. Herr Bartsch hat im Rahmen seiner Arbeit die jüngeren Entwicklungen der Softwaretechnik (agile Methoden) auf den Bereich der Berechtigungssysteme reflektiert, mehrere Werkzeuge implementiert und diese evaluiert. Mit einem Grounded Theory-Ansatz hat er eine qualitative Analyse zu in Organisationen auftretenden Problemen durchgeführt und diese zu Empfehlungen und zu einem gesamtheitlichen Modell der Authorisierungsprobleme aufbereitet. Herr Bartsch leistet mit seiner Arbeit in vielfältiger Weise Beiträge zum Fortschritt der Wissenschaft. Ebenso hoch ist aber auch der praktische Fortschritt zu bewerten, der durch die Arbeit entstanden ist.

Als nächstplatzierte wurden

  • Matthias Korn, PhD, "Situating Engagement: Ubiquitous Infrastructures for In-Situ Civic Engagement", Universität Aarhus, DK (Prof. Dr. Susanne Bodker),
  • Dr. Tobias Schwartz, "Designing Information Technology for Sustainable Energy Use - A Practice Centered Approach to Consumption Feedback Technologies in Private Households and Work Environments", Universität Siegen (Prof. Dr. Volker Wulf),
  • Dr. Stefan Hallerstede, "Managing the Lifecycle of Open Innovation Platforms", Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Kathrin M. Möslein) und
  • Dr. Kai Holzweißig, "Ein koaktiver Unterstützungsansatz für Prozesse sozialer Wirklichkeitskonstruktion in Produktentstehungsprozessen", Universität Paderborn (Prof. Dr.-Ing. Reinhard Keil)

ehrend erwähnt.

Dissertationspreis 2011

Im Jahr 2011 ging der Dissertationspreis an Frau Dr. Valérie Maquil für ihre Dissertation mit dem Titel: “The ColorTable: an interdisciplinary design process”, TU Wien (Erstgutachterin: Frau Prof. Dr. Ina Wagner) – siehe auch die Projektseite zum ColorTable.

Die Dissertation von Valérie Maquil beschreibt die Entwicklung eines komplexen Tangible User Interface (TUI) für den Einsatz in beteiligungsorientierten Stadtplanungsprozessen mit Experten und Betroffenen aus unterschiedlichen Disziplinen und Bereichen. Die Entwicklung des TUI nutzt Möglichkeiten der Mixed-Reality (MR)-Darstellung und -Manipulation und beruht auf einem vierjährigen, zyklisch-evolutionär angelegten Gestaltungs- und Erprobungsprozess, in dem in mehreren Entwicklungsschleifen aufeinander aufbauende TUI-Prototypen unter Beteiligung von Nutzern beim Einsatz in realen Stadtplanungsprojekten gestaltet und bewertet werden. Neben wichtigen Beiträgen zu Tangible User Interfaces und zum Anwendungsbereich der partizipativen Stadtplanung leistet Frau Maquil in ihrer Dissertation vor allem auch wichtige Beiträge zur partizipativen Systemgestaltung.

Als Nächstplatzierte wurden Gunnar Stevens, “Understanding and Designing Appropriation Infrastructures: Artifacts as boundary objects in the continuous software development”, Univ. Siegen (Prof. Wulf), und Simon Nestler, “Konzeption, Implementierung und Evaluierung von Benutzerschnittstellen für lebensbedrohliche, zeitkritische und instabile Situationen”, TU München (Prof. Klinker) ehrend erwähnt.

Die Preisverleihung wurde am 12.9.2011 auf der Abendveranstaltung der “Mensch und Computer” 2011 in Chemnitz durchgeführt.