Dissertationspreis
Die Fachgruppe CSCW der Gesellschaft für Informatik und
das Internationale Institut für Sozio-Informatik (IISI) schreiben einen
Dissertationspreis
für hervorragende Ergebnisse bei der Erforschung von Anwendungen der Informatik
in sozialen Systemen aus.
Jury des Dissertationspreises:
Dr. Peter Brödner, Universität Siegen
Prof. Dr. Stefan Klein, Universität Münster
Prof. Dr. Johann Schlicher, TU München
Prof. Dr. Kjeld Schmidt, Copenhagen Business School
Prof. Dr. Ina Wagner, TU Wien
Anwendungen der Informatik durchdringen die Arbeits- und Lebenswelt in zunehmendem Maße. Daraus ergeben sich für die Informatik als Wissenschaftsdisziplin neue Herausforderungen sowohl hinsichtlich der Entwicklungs- und Evaluationsmethoden als auch der Gestaltung informationstechnischer Artefakte. Sie muss die Komplexität gesellschaftlicher Anwendungskontexte verstehen, um innovative IT Anwendungen geeignet gestalten zu können. Die Untersuchung von Aneignungsprozessen kann zu einer wichtigen Inspirationsquelle für iteratives Design werden.
Der Preis prämiert Dissertationen, die wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung innovativer technischer Artefakte im Wechselspiel mit den sie anwendenden sozialen Systemen bieten. Qualitätskriterien sind dabei sowohl die Güte des informatonstechnischen Designs als auch die empirische Absicherung der technischen Konzepte in Anforderungsanalyse und/oder Evaluation. Die (internationale) Publikation ausgewählter Ergebnisse der Dissertation ist ausdrücklich erwünscht.
Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird jedes zweite Jahr auf der Tagung ‚Mensch & Computer‘ vergeben – beginnend mit der M&C 2011. Die Einreichungstermin ist jeweils der 15. Juni vor der jeweiligen Tagung. Die Auswahlentscheidung wird von einer Jury getroffen, die vom Sprecher der Fachgruppe GI-CSCW und dem Vorsitzenden des IISI bestimmt und geleitet wird.
Nächste Einreichemöglichkeit also bis spätestens 15.6.2011.
Einreichungen sollten neben Dissertationsschrift und Lebenslauf eine Liste wissenschaftlicher Veröffentlichungen des Bewerbers beinhalten. Außerdem ist ein Empfehlungsschreiben eines Fachkollegen erwünscht.
Einreichung beim Sprecher der Fachgruppe GI-CSCW oder beim Vorsitzenden des IISI - entweder per E-Mail oder auf dem Postweg. Zu den Kontaktdaten siehe
www.fgcscw.de oder www.iisi.de
Dissertationspreis 2011
Im Jahr 2011 ging der Dissertationspreis an Frau Dr. Valérie Maquil für ihre Dissertation mit dem Titel: “The ColorTable: an interdisciplinary design process”, TU Wien (Erstgutachterin: Frau Prof. Dr. Ina Wagner) – siehe auch die Projektseite zum ColorTable.
Die Dissertation von Valérie Maquil beschreibt die Entwicklung eines komplexen Tangible User Interface (TUI) für den Einsatz in beteiligungsorientierten Stadtplanungsprozessen mit Experten und Betroffenen aus unterschiedlichen Disziplinen und Bereichen. Die Entwicklung des TUI nutzt Möglichkeiten der Mixed-Reality (MR)-Darstellung und -Manipulation und beruht auf einem vierjährigen, zyklisch-evolutionär angelegten Gestaltungs- und Erprobungsprozess, in dem in mehreren Entwicklungsschleifen aufeinander aufbauende TUI-Prototypen unter Beteiligung von Nutzern beim Einsatz in realen Stadtplanungsprojekten gestaltet und bewertet werden. Neben wichtigen Beiträgen zu Tangible User Interfaces und zum Anwendungsbereich der partizipativen Stadtplanung leistet Frau Maquil in ihrer Dissertation vor allem auch wichtige Beiträge zur partizipativen Systemgestaltung.
Als Nächstplatzierte wurden Gunnar Stevens, “Understanding and Designing Appropriation Infrastructures: Artifacts as boundary objects in the continuous software development”, Univ. Siegen (Prof. Wulf), und Simon Nestler, “Konzeption, Implementierung und Evaluierung von Benutzerschnittstellen für lebensbedrohliche, zeitkritische und instabile Situationen”, TU München (Prof. Klinker) ehrend erwähnt.
Die Preisverleihung wurde am 12.9.2011 auf der Abendveranstaltung der “Mensch und Computer” 2011 in Chemnitz durchgeführt.
